Katholikenrat für Finanztransaktionssteuer
Globalisierungsgewinne nutzen, um Globalisierungsschäden zu reparieren
Als Lehre aus den Finanzmarktkrisen der vergangenen Jahre spricht sich der Katholikenrat im Bistum Speyer für die Einführung einer
Finanztransaktionssteuer aus und ruft die Bundesregierung dazu auf, sich auf europäischer und internationaler Ebene für eine moderate Besteuerung von Finanzgeschäften einzusetzen. Nach Meinung vieler Experten ist dies ein wirksames Instrument, um Spekulationen einzudämmen und gefährliche Marktschwankungen zu reduzieren.
Der Katholikenrat, der sich schon vor mehr als zehn Jahren mit diesem Thema befasst hat, begrüßt, dass inzwischen fast alle politischen Parteien in Deutschland diese Position teilen. Die Einsicht wächst, dass die Finanzwirtschaft im Dienste der Menschen und der Realwirtschaft stehen muss und dass sie ethische Maßstäbe braucht. Nach unserer Überzeugung bietet die katholische Soziallehre eine ausgezeichnete Grundlage für die Entwicklung einer solchen Ordnung. – Und dies nicht nur auf der Ebene der einzelnen Staaten, sondern auch im globalen Rahmen.










Neustadt (03.09.2011). Bei der Vollversammlung des Diözesan-Katholikenrates am Wochenende im Herz-Jesu-Kloster Neustadt gaben Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Maria Faßnacht, Vorsitzende des Laiengremiums, den Startschuss zu einem auf mehrere Jahre angelegten Dialogprozess für das gesamte Bistum Speyer. Verlorenes Vertrauen bei den Menschen zurückzugewinnen und uns "auf unser Selbstverständnis als Volk Gottes zu besinnen", darin sieht Maria Faßnacht eine zentrale Motivation für den Dialogprozess. Erst vor einigen Wochen hatte die Deutsche Bischofskonferenz in Mannheim den "Kirchendialog" bundesweit begonnen. Das Bistum Speyer ist eine der ersten Diözesen, die diese Initiative mit einem eigenen Konzept aufgreift.
„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, heißt es bei dem Dichter Hermann Hesse. Wenn diese Zeile stimmt, dann müssen die rund 300 Teilnehmer des Gesprächsforums „Im Heute glauben“, das am 9. Juli in Mannheim zuende ging, fürwahr verzaubert gewesen sein. Von neuen Aufbrüchen, geöffneten Türen und einzigartigen Erfahrungen war da gleich mehrfach die Rede. 



