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Mit großer Sorge nimmt der Katholikenrat im Bistum Speyer die Äußerungen von Erzbischof Gerhard Müller, dem Präfekten der Römischen Glaubenskongregation, vom 14. Juni 2013 wahr, dass Wiederverheiratete nicht zur Kommunion zugelassen werden können. Der Vorstand des Katholikenrates bekräftigt noch einmal seine Erklärung der Vollversammlung vom 18. August 2012, die unter der Überschrift „Ausgrenzung beenden“ einen  barmherzigen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen in unserer Kirche angemahnt hat. (Siehe Homepage des Katholikenrates  www.katholikenrat-speyer.de/Erklärungen) In dieser Erklärung haben wir deutlich zum Ausdruck gebracht, dass die Ehe eine lebenslange Bindung und somit unauflösbar ist. Dennoch glauben wir, dass die Kirche barmherzig die Lebenswirklichkeit der Betroffenen in den Blick nehmen und auf Ausgrenzung verzichten muss.

Aus den meisten  Zukunftsbriefen der Pfarrgemeinderäte und aus vielen Dialogabenden in den Pfarrverbänden wird uns bestätigt, wie viele Menschen unter der hartherzigen Anwendung des Kirchenrechts leiden. Dass Erzbischof Müller gerade auch die Gewissensentscheidung der Betroffenen nicht anerkennt und göttliche Barmherzigkeit in dieser Beziehung nicht gelten lässt, ist unserer Überzeugung nach ein Schritt in die falsche Richtung, hier wird fest zementiert, dass Menschen ausgegrenzt werden. Wir erwarten von unserem Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der die Sorgen und Nöte der Menschen bei den Dialogabenden wahrnimmt, dass er sich dafür ausspricht, wiederverheiratet Geschiedenen im Einzelfall und aufgrund ihrer Gewissensentscheidung den Empfang der Sakramente zu ermöglichen.

Speyer, 21. Juni 2013