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Künftig steht eine junge Frau aus dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) an der Spitze des höchsten Laiengremiums im Bistum Speyer

Kaiserslautern. Mit großer Mehrheit wurde Luisa Fischer im Rahmen der Vollversammlung des Katholikenrates im Bistum Speyer zur neuen Vorsitzenden gewählt. Die 27-jährige, die seit vier Jahren den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer im höchsten Laiengremium des Bistums vertritt, folgt auf Maria Faßnacht, die für eine erneute Kandidatur nicht mehr zur Verfügung stand. Luisa Fischer ist die jüngste Vorsitzende eines Diözesan-Katholikenrates in Deutschland. „Ich bin überzeugt, dass Sie mit Ihren jungen Jahren diese mitunter auch herausfordernde Aufgabe mit frischen Wind, aber auch mit dem dafür nötigen Geschick und Fingerspitzengefühl meistern können“, gratulierte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der als „Jugendbischof“ zugleich die Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz leitet. Er hoffe auf eine „gute, von gegenseitigem Vertrauen geprägte konstruktive Zusammenarbeit auf Basis des Evangeliums und im Dienst für die Kirche von Speyer“. Als Nachfolgerin von Maria Faßnacht trete Luisa Fischer „in große Fußstapfen“.

Auch Maria Faßnacht, acht Jahre Vorsitzende des Katholikenrates, freut sich über die Wahl von Luisa Fischer. „Es freut mich, dass diese engagierte Frau, die ich immer sehr positiv erlebt habe, meine Nachfolgerin wurde. Luisa Fischer kommt vom BDKJ, und durch ihren Beruf als wissenschaftliche Mitarbeiterin bietet sie gute Voraussetzungen. Sie ist jung und weiblich. Beides gefällt mir sehr gut. Ich wünsche Frau Fischer jederzeit ein glückliches Händchen bei ihrer Arbeit, gute Kontakte, Freude an ihrer Tätigkeit und Gottes Segen“, so Maria Faßnacht.

Als weitere Mitglieder wurden Thomas Dittrich (Dekanat Donnersberg), Heike Vogt (BDKJ), Alfred Lenz (Zweibrücken) und Hede Strubel-Metz (Ludwigshafen) in den Vorstand des Katholikenrats gewählt. Dem Vorstand gehören außerdem Domkapitular Franz Vogelgesang (Geistlicher Beirat) und Marius Wingerter (Geschäftsführung) an.
Mit Luisa Fischer steht eine Frau an der Spitze, die langjährige Erfahrungen in der Verbände- und Rätestruktur in den Katholikenrat einbringt. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Mainz hat ihre jugendverbandliche Heimat in der Katholischen jungen Gemeinde (KjG). Fischer nahm zunächst Gruppenleitung im Verband wahr, war dann aber auch in der Bezirksleitung sowie in verschiedenen Gremien auf Diözesanebene tätig. Zudem unterstützt die BDKJ-Dekanatsvorsitzende im Dekanat Donnersberg die Arbeit des BDKJ auf diözesaner Ebene im Ausschuss Politik.
Luisa Fischer lebt in Katzenbach, ist verheiratet und hat ihr Magisterstudium in Soziologie, Pädagogik und katholischer Theologie abgeschlossen. Derzeit arbeitet sie an ihrer soziologischen Promotion zu familialen Mehrgenerationenbeziehungen. Für ihre Kandidatur zur Vorsitzenden haben die Erfahrungen gesprochen, die sie in der vergangenen Legislaturperiode im Katholikenrat habe sammeln können. Das Laiengremium sei immer Stimme der Kirche in die Gesellschaft hinein gewesen: "Der Katholikenrat hat beispielsweise mit der Kampagne „Gutes Leben für alle!“, den diözesanen Gesprächsforen und vielen Veranstaltungen zum Thema Altersarmut in die Gesellschaft hinein gewirkt. Dieses Engagement sollten wir weiter ausbauen, um uns als starke Stimme in den Diskurs über eine gerechte Gestaltung der Gesellschaft einzubringen", sagt Fischer. Zudem möchte sie der Kirche mit ihrer Person ein junges, weibliches Gesicht geben: "Ich hoffe, dass dem Laiengremium das Gesicht einer jungen Frau gut tut. Vielleicht gelingt es so, nach außen zu signalisieren, dass Kirche Zukunft hat."
Diese Zukunft in die Hand zu nehmen ist für Luisa Fischer nicht nur vorrangiges Ziel, sondern Lebensmotto. In ihrem Engagement in der Jugendverbandsarbeit habe sie gelernt, gemeinsam mit anderen Verantwortung zu übernehmen, um Positionen zu ringen und diese dann auch zu vertreten. "Es ist wichtig, sich in gesellschaftspolitische und kirchliche Diskurse einzumischen", sagt Fischer und ergänzt: "Das ist immer mit viel Freude verbunden, aber auch eine Herausforderungen. Vor allem von der für mich immer wieder beeindruckenden Diskussionskultur in den Jugendverbänden und dem BDKJ kann unsere Kirche auf der Suche nach einer neuen Beziehungskultur etwas lernen." Daraus ergeben sich für Fischer auch klare Zielsetzungen ihrer Arbeit im Katholikenrat: Neben dem Anliegen, dem Pastoralkonzept "Gemeindepastoral 2015" Leben einzuhauchen, hat sie sich der Etablierung einer Diskussionskultur auf Augenhöhe innerhalb der Kirche verschrieben: "Wir sollten an die Erfahrungen anknüpfen, die wir mit den Diözesanen Foren gemacht haben. Damit ist natürlich auch die Hoffnung verbunden, dass wir Laien noch stärker als bisher in Entscheidungen eingebunden werden, die Auswirkungen auf Pfarreien oder Verbände haben", betont Fischer.

Der Katholikenrat repräsentiert auf Diözesanebene die katholische Laienschaft des Bistums in ihrer ganzen Vielfalt. Dem neuen Katholikenrat werden insgesamt 53 Mitglieder angehören, 20 kommen aus den Dekanatsräten bzw. Pfarreien, 23 aus den kirchlichen Verbänden. Außerdem werden vor der Konstituierung des Rates auch einzelne Personen zur Mitgliedschaft berufen. Als vom Bischof anerkanntes Organ zur Koordinierung des Laienapostolats nimmt der Katholikenrat unter anderem folgende Aufgaben wahr: Beobachtung von Entwicklungen des gesellschaftlichen, staatlichen und kirchlichen Lebens, Vertretung der Anliegen des Katholikenrates in der Öffentlichkeit, Stellungnahme zu aktuellen Entwicklungen in Kirche, Staat und Gesellschaft, Weitergabe von Anregungen an den Pastoralrat, Förderung der Arbeit der kirchlichen Gruppen und Verbände. Die Amtszeit des Katholikenrates beträgt vier Jahre.

Text: is/ Foto: BDKJ