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Viel Beifall für scheidende Vorsitzende Maria Faßnacht – Abschließende Sitzung des Laiengremiums – Neuer Rat konstituiert sich am 3. Mai in Kaiserslautern

Waldfischbach-Burgalben. Es gab lang anhaltenden Beifall. Der Dank an die scheidende Katholikenrats-Vorsitzende Maria Faßnacht sowie den bisherigen Vorstand insgesamt bildete den einen großen Schwerpunkt der letzten Vollversammlung des Laiengremiums am Wochenende (16. April) im Geistlichen Zentrum Maria Rosenberg. Der andere beschäftigte sich mit der Arbeit des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis, das seine Pfingstaktion am 17. April für alle deutschen Diözesen in Speyer eröffnete. Mit Weihbischof Otto Georgens waren Vertreter von Renovabis und der Weihbischof in Sarajevo, Dr. Pero Sudar, zur Versammlung des Katholikenrates gekommen. Sie informierten über die Arbeit des Hilfswerks insbesondere für junge Menschen in den Ländern Mittel- und Osteuropas, die aus Mangel an Lebensperspektiven in großer Zahl ihre Heimat verlassen.

Bei der Vollversammlung des Katholikenrates brachte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann seinen „hohen Respekt“ vor der Arbeit der bisherigen Katholikenrats-Vorsitzenden Maria Faßnacht zum Ausdruck, die acht Jahre das höchste Laiengremium im Bistum geleitet hatte. Der Bischof verwies auf das Brückenmodell, mit dem er und Maria Faßnacht im Rahmen des zurückliegenden Dialogprozesses das Bistum bereist hatten. „Maria Faßnacht ist für mich eine wirkliche, eine sehr wichtige Brückenbauerin”, sagte er wörtlich.

 

 

Von Frau Faßnacht habe er viel gelernt, als er als neuer Bischof ins Bistum Speyer gekommen sei. Er sei bei ihr gleichsam „in die Lehre gegangen“, und er ergänzte: „Ja, wir haben gemeinsam viel gelernt.“ Der Bischof erwähnte nicht nur den Dialogprozess zwischen Bistumsleitung und Laienvertretern, sondern auch das „gemeinsame Ringen“ um die zukunftsfähige Neuausrichtung der Seelsorge unter der Überschrift „Gemeindepastoral 2015“Mit großer Leidenschaft habe Frau Faßnacht die Anliegen und Forderungen des Katholikenrates vertreten, aber immer vermittelnd und in einem christlichen Geist.

Einen deutlichen Akzent über das Bistum hinaus hätten der Katholikenrat und seine Vorsitzende mit der Initiative zur Kampagne „Gutes Leben. Für alle“ gesetzt, die unter dem Aspekt der globalen Verantwortung dazu anrege, sowohl das individuelle Konsumverhalten als auch die wirtschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen unter die Lupe zu nehmen. Wiesemann verband die Würdigung der scheidenden Vorsitzenden mit dem „ausdrücklichen, herzlichen Dank“ an den gesamten Vorstand sowie den Katholikenrat insgesamt. Er sprach von einer wichtige Arbeit in einer Zeit, die für das Bistum von Umbrüchen und Neuausrichtungen geprägt sei.

Maria Faßnacht kandidiert nach acht Jahren Vorsitz nicht mehr – was sie bereits zu Beginn der Wahlperiode angekündigt hatte. Eine schwere Erkrankung hat sie zusätzlich in dieser Entscheidung bestärkt. In ihrem Rückblick vor der Vollversammlung kam sie zu einer ähnlich positiven Bewertung, was das gute und vertrauensvolle Miteinander zwischen Bischof, Bistumsleitung und Katholikenrat angeht – besonders beim Ringen um das Seelsorgekonzept „Gemeindepastoral 2015“. Leider zeigten jedoch schon jetzt Erfahrungen, dass es eine große Entfernung der Kirche von den Lebenswelten der Menschen gebe. „Wir nehmen einen starken Verlust der Kirchenbindung und eine Entfremdung der Menschen von der Kirche wahr. Obwohl die neue Satzung der Räte das Gemeindeleben ernst nimmt, ist es nicht flächendeckend gelungen, die Gemeinden zu stärken. Gerade dort aber ist es notwendig, dass jemand die Menschen und ihre Probleme kennt.“ Maria Faßnacht sagte weiter: „Was bleiben will, muss sich ändern. Eine Kirche, die sich verändert, findet neue Formen und kann neue Begeisterung für den Glauben wecken. Diese Art von Kirche wird überleben, auch in der heutigen Welt und auch bei der jüngeren Generation. Für eine solche Kirche wollte ich mich immer einsetzen.“

Maria Faßnacht verwies auf die Bedeutung der Ökumene: „Viele unserer Aufgaben, bei denen der Katholikentrat in die Gesellschaft hineinwirkt, können gar nicht anders als ökumenisch laufen. Nur dann kann die Christenheit glaubwürdig sein, wenn sie mit einer Stimme spricht“, sagte sie wörtlich und erinnerte vor allem an die Themen der globalen Herausforderungen und an die Fragen zu Arbeit und Gesellschaft.“

Dank und Beifall gab es auch für die anderen Mitglieder des Katholikenrats-Vorstands: Irene Wimmi, Astrid Waller, die zu den Mitverantwortlichen für die Kampagne „Gutes Leben. Für alle“ gehört, und Alfred Lenz, der mit Maria Faßnacht unter anderem dem Präsidium des Diözesanen Forums zu Gemeindepastoral 2015 angehört hatte. Helga Schädler, die dem Rat nicht mehr angehören wird, galt ein besonderes Dankeswort. Als Vertreterin des Familienbundes war sie mehrere Jahrzehnte Mitglied des Diözesan-Katholikenrates, in denen sie viele wegweisende Impulse in der Arbeit des Gremiums setzte.

Nach den Wahlen zu den Pfarrgremien im vergangenen Oktober wird nach den Dekanatsräten jetzt auch der Katholikenrat neu gebildet. Dem neuen Gremium werden insgesamt 46 Mitglieder angehören, 20 kommen aus den Dekanatsräten bzw. Pfarreien, 24 aus den kirchlichen Verbänden. Domkapitular Franz Vogelgesang als Geistlicher Beirat und Marius Wingerter als Geschäftsführer sind geborene Mitglieder des Gremiums. Acht Mitglieder werden (als Experten) hinzugewählt. Am 16. April trafen sich auf Maria Rosenberg die Mitglieder der neuen Wahlperiode zum ersten Mal, die konstituierende Sitzung des Rates mit Vorstandswahlen findet am 3. Mai in Kaiserslautern statt.

Text / Foto: Norbert Rönn, Pilger