Freitag, 17. September 2021

Aus der Corona-Krise lernen

Katholikenrat traf sich zur Vollversammlung auf dem Rosenberg

Nach 13 Monaten mit virtuellen Treffen kamen die Mitglieder des Katholikenrates im Bistum Speyer am vergangenen Samstag endlich einmal wieder in Präsenz zu einer Vollversammlung im Geistlichen Zentrum Maria Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben zusammen. Dabei war zu spüren, wie der unmittelbare Austausch und das gegenseitige Erleben vermisst wurden. Zahlreich und intensiv waren die Gespräche der 38 Frauen und Männer in den unterschiedlichsten Kleingruppen und im Plenum sowie die Begegnungen in den Pausen – und das coronabedingt mit Abstand und Maske.

Im Studienteil der Vollversammlung beschäftigten sich die Mitglieder mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das pastorale Leben. Deutlich wurde, dass „die Corona-Krise die Schwachstellen von Kirche aufgedeckt hat und gleichzeitig ein Beschleuniger für Sterbeprozesse war und ist, die längst schon im Gange sind“, so Domkapitular Franz Vogelgesang, geistlicher Beirat des Katholikenrates. Aus Sicht von jungen Menschen ist für Franziska Hoferer „die Pandemie der letzte Weckruf für die Diözese Speyer und die katholische Kirche in Deutschland, den sie als Scheidepunkt zu einer modernen und dynamischen Gemeinschaft des Glaubens“ gehen muss. Einig ist sich der Katholikenrat darüber, dass es in der jetzigen Zeit wichtig ist, die Corona-Krise zu deuten und aus den Erfahrungen zu lernen, damit Kirche eine Zukunft hat. Auf die Menschen zugehen, neue Formen von Begegnungsräumen schaffen, Vielfalt ermöglichen und die Sprache der Menschen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen zu sprechen, sind als Lernerfahrungen genannt worden. Nach Meinung des Gremiums hat die Kirche nur dann Zukunft, wenn sie sich an den Bedürfnissen, Themen und an der Lebenswelt der Menschen orientiert.

Zur Lernerfahrung aus der Corona-Pandemie gehörte für die Mitglieder der Vollversammlung auch ein Blick auf die digitalen Konferenzen, die seit dem Start der neuen Amtsperiode im August 2020 lediglich möglich waren. Neben der Dankbarkeit, dass virtuelle Treffen durchgeführt wurden, und diese nach anfänglicher Skepsis und technischen Problemen auch erfolgreich stattfinden konnten, wurden auch die Grenzen digitaler Konferenzen, wie fehlende persönliche Begegnung und Wahrnehmung von Emotionen oder Stimmung benannt. Daher hatten insbesondere die neuen Mitglieder des Katholikenrates diese Vollversammlung in Präsenz als eigentlichen Start des Gremiums empfunden.

Gabriele Kemper, Vorsitzende der Diözesanversammlung und gleichzeitig Mitglied des fünfköpfigen Vorstandsteams des Katholikenrates, informierte über die Tagesordnung der am 5. Oktober stattfindenden Diözesanversammlung. Für den Visionsprozess des Bistums gilt es nun, eine Strategie zu entwickeln, wie die Vision in praktisches Handeln umgesetzt wird. Dabei ist für den Katholikenrat eine Einbindung von Ehrenamtlichen in der Entwicklung dieses Strategieprozess unerlässlich.

Auf der Tagesordnung der Vollversammlung des Katholikenrates stand auch eine Wahl. Aufgrund des Ausscheidens von Lena Schmidt aus dem Katholikenrat war ein Platz für die Vertretung des Katholikenrates im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) neu zu besetzen. Christian Lee (Kolpingwerk) wurde von den Mitgliedern als Delegierter gewählt und komplettiert mit den bisherigen Delegierten Dorothea Jansen und Theo Wieder (beide Dekanat Speyer) das Trio der Speyerer Vertretung im ZdK.

(Text: Marius Wingerter / Foto: Franziska Hoferer)

Anzeige

Anzeige